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Call for Papers
XVI. Internationale Genossenschaftswissenschaftliche Tagung
7.-9. Oktober 2008 an der Universität zu Köln
Beiträge genossenschaftlicher Selbsthilfe zur
Allgemeines
Die XVI. Internationale Genossenschaftswissenschaftliche Tagung (IGT) ist eine dreitägige Konferenz rund um das Thema Beiträge genossenschaftlicher Selbsthilfe zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, die vom 7.-9. Oktober 2008 an der Universität zu Köln stattfindet. Die IGT wird alle vier Jahre im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft genossenschaftswissenschaftlicher Institute (AGI) durchgeführt. In der AGI wirken Volks- und Betriebswirte, Soziologen und Rechtswissenschaftler zusammen, um in interdisziplinärem Diskurs genossenschaftswissenschaftliche Theoriebildung voranzutreiben und anwendungsorientierte Erkenntnisse zu gewinnen.
Zielgruppen
Zu diesem wissenschaftlichen Dialog sind alle Interessenten aus der Wissenschaft und an der Wissenschaft interessierte Praktiker eingeladen. Auf dem Programm stehen die Verdeutlichung und Aktualisierung der wissenschaftstheoretischen Basis, die Diskussion unterschiedlicher Erkenntnisinteressen und der Wettbewerb verschiedener methodischer Herangehensweisen einer anwendungsorientierten Genossenschaftswissenschaft.
Best Paper Award
Der beste Beitrag wird mit einem Preis von 2000 € ausgezeichnet.
Themen und Schwerpunkte
Wir freuen uns über Ihre Einreichungen zu den folgenden Themenkomplexen:
I. Thema: Genossenschaften und Mittelstandsentwicklung
Kleine und mittelständische Unternehmen werden weltweit als Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung identifiziert. Handwerker, kleine Gewerbetreibende, Landwirte und Haushalte bilden seit der Industrialisierung Genossenschaften, um dem Wettbewerb mit großen Unternehmen bzw. dem grundlegenden strukturellen Wandel gestärkt zu begegnen. Heute gründen zunehmend auch freiberuflich Tätige, wie Rechtsanwälte und Ärzte, Genossenschaften, um Funktionen aus ihren Praxen auszulagern und damit ihre Anbieter- bzw. Nachfragepositionen im Wettbewerb zu stärken. Die in Genossenschaften zusammengeschlossenen Mitglieder, aber auch die Genossenschaften selbst, sind überwiegend den klein- und mittelständischen Unternehmen zuzurechnen. Seit einiger Zeit agieren aber auch mehrere Großgenossenschaften international als global Player.
I.1. Block: Wissenschaftliche Grundlegung
Ähnlich wie in der Organisationstheorie konkurrieren unterschiedliche methodische Ansätze und Theorien in der Genossenschaftswissenschaft. Erwartet werden in diesem Block grundlegende Betrachtungen und Analysen zu konkurrierenden Methoden und Ansätzen der Kooperationsforschung: Spieltheorie, verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie, Systemtheorie, handlungsorientierte Ansätze, evolutionstheoretische Ansätze, Ansätze der (Neuen) Institutionenökonomie. Ferner sind grundlegende rechtswissenschaftliche sowie historische Analysen zu Genossenschaften und zum Genossenschaftsrecht erwünscht.
I.2. Block: Probleme der kooperativen Praxis
Der Block „Probleme der kooperativen Praxis aus Sicht der Wissenschaft, der Genossenschaftsverbände und Genossenschaftspraxis“ lädt Interessierte ein, zu den Themen Potenziale genossenschaftlicher Neugründungen, Genossenschaften und investierende Mitglieder, Private Equity und Genossenschaften, Co-operative Governance, Internationalisierung der Genossenschaften und Mittelstandsförderung Beiträge zu liefern.
I.3. Block: Forschungsdesiderate
Im dritten Block werden Beiträge zu zukünftigen Forschungsstrategien erwartet: Wohin geht die Genossenschaftswissenschaft? Welche Fragen und welche Methoden sind für die zukünftige Forschung besonders relevant?
II. Thema: Genossenschaften und Soziale Dienstleistungen
Die genossenschaftliche Rechts- und Wirtschaftsform ist in Deutschland insofern eine einzigartige Unternehmensform, als dass ausdrücklich die Förderung der Mitglieder vorgegeben ist. Arbeitslose sowie gesundheitlich und/oder sozial Schwache versuchen zunehmend, durch kooperative Selbsthilfe Sozialpolitik „von unten“ zu gestalten. Aber auch bei den Wohlfahrtsverbänden und anderen Akteuren des Gesundheits- und Sozialsystems finden Genossenschaften zunehmendes Interesse. In den Konzepten der Bürgergesellschaft und des aktivierenden Sozialstaates gelten Genossenschaften als wichtiger Baustein des Dritten-Sektors und als wichtiges Instrument zur Bildung von Sozialkapital. Dementsprechend findet die Genossenschaftslehre und -forschung im Schnittbereich zur Sozialpolitik ihren systematischen Schwerpunkt in der Analyse des Dritten-Sektors, also der non-profit-orientierten, freigemeinwirtschaftlichen Sozialgebilde, die soziologisch genossenschaftsartig als Moralökonomik der Reziprozität aufgefasst werden. Damit ordnet sich das Genossenschaftswesen in eine Theorie des mehr-sektoralen welfare mix Regimes moderner Gesellschaften ein.
II.1. Block: Wissenschaftliche Grundlegung
Im ersten Block geht es um die reziprozitätsökonomische Gegenstandbestimmung genossenschaftsartiger Gebilde der kollektiven Selbsthilfe. Dabei sollen das EU-Recht sowie die unterschiedlichen Betriebsformen der kooperativen Selbsthilfe Beachtung finden.
II.2. Block: Probleme der kooperativen Praxis
Die Probleme aus Sicht der Wissenschaft, der Genossenschaftsverbände und der Genossenschaftspraxis fordern eine Analyse der kooperativen Selbsthilfeökonomien in Europa, der Attraktivität der genossenschaftlichen Rechtsform bei der Erbringung von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse sowie der Geeignetheit der Genossenschaften als Träger kommunaler Aufgaben und zur Förderung der Beschäftigung.
II.3. Block: Forschungsdesiderate
Die Forschungsdesiderate sollen auf Grundlage der Theorie der Genossenschaften sowie der Analyse der Lebenszyklen unter Beachtung der Entstehungsbedingungen sowie der Entwicklungsfaktoren erstellt werden.
III. Thema: Genossenschaften und Entwicklungsförderung
Auch im internationalen Entwicklungszusammenhang geht es um die kooperative Selbsthilfe kleiner und mittelständischer Unternehmen und privater Haushalte. Besonders deutlich über die Mitgliederförderung hinaus rückt hier die Frage nach der Rolle von Genossenschaften im gesellschaftlichen Entwicklungsprozess.
III.1. Block: Wissenschaftliche Grundlegung
Im ersten Block geht es um folgende Themenkreise: Wie entwickeln sich Gesellschaften? Ist gesellschaftliche Entwicklung förderbar? Wenn ja, wie? Was beinhaltet Selbsthilfefähigkeit? Hier sind besondere Berücksichtigungen und Differenzierungen zu beachten: neue Handelsbeziehungen zwischen den Ländern, neue Schwellenländer, städtische und ländliche Entwicklung u.ä.
III.2. Block: Probleme der kooperativen Praxis
Erwartet werden hier problemorientierte Analysen von Einzelfällen vor dem Hintergrund des bei der wissenschaftlichen Grundlegung aufgespannten Bogens zum internationalen Entwicklungszusammenhang. In Ländern, die durch Unterentwicklung geprägt sind (LDCs) sind sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Genossenschaften und genossenschaftsähnlichen Kooperationsformen gemacht worden. Einerseits herrscht nicht selten ein stark durch staatliche und parastaatliche Organisationen beeinflusstes Genossenschaftssystem vor. Andererseits sind viel versprechende genossenschaftliche Ansätze aus den Bereichen der Armutsbekämpfung, Nahrungsmittelsicherheit und Daseinsvorsorge bekannt. Durch das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Grameen-Bank-Projekt rücken hier insbesondere Mikro-Finanzsysteme, aber auch Mikro-Versicherungen in den Blickpunkt.
III.3. Block: Forschungsdesiderate
Die Forschungsdesiderate sollen die zukünftige Forschungsausrichtung hinsichtlich der kooperativen Selbsthilfeformen im internationalen Entwicklungszusammenhang erläutern und analysieren.
Leitfaden für das Einreichen von Beiträgen
Aufgerufen sind Wissenschaftler und wissenschaftlich interessierte Praktiker, sich mit einem Beitrag zu den oben genannten Themenbereichen für einen Vortrag auf der Tagung zu bewerben. Die Bewerbung von „Nachwuchswissenschaftlern“ ist ausdrücklich erwünscht, denn durch eine Mischung der Beiträge von ausgewiesenen Spitzenforschern und zukunftsorientierten Nachwuchskräften soll ein befruchtender und reger Austausch stattfinden.
Vorgaben zur Einreichung
Bitte reichen Sie Ihren Beitrag als Zusammenfassung von zwei Seiten Länge (ca. 5000 Zeichen) in deutscher oder englischer Sprache ein. Die Zusammenfassungen sollten in der gleichen Sprache verfasst sein, in der der Beitrag präsentiert werden soll.
Sonstiges
Die Titel der Beiträge, die Zusammenfassungen sowie Angaben über die Autoren (Name, Kurzbiographie, etc.) werden im Tagungsprogramm auf der Webseite wie ggf. auch in Printunterlagen veröffentlicht, sobald die Beiträge vom Programmkomitee angenommen wurden. Die Vorträge selbst werden ggf. in Bild und Ton aufgezeichnet. Das Einreichen eines Beitrages dokumentiert die Zustimmung zu diesem Vorgehen.
Wichtige Termine
Bitte beachten Sie die folgenden Termine. Die IGT 2008 behält sich vor, bei Überschreiten von Abgabefristen die Einladung zurückzuziehen.
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